Fragen & Antworten

picsart_03-05-06-14-04Wer kann Yoga praktizieren?

Jeder Mensch! …

…da Yoga so viele verschiedene Erscheinungsformen bietet. Menschen, die dynamisch-körperlich aktiv sein wollen, bietet Vinyasa Yoga eine hervorragende Möglichkeit, ihren Körper in den Asanas herauszufordern und gleichzeitig den Geist zu beruhigen. Für alle, die es körperlich etwas ruhiger wollen ist Yin Yoga eine großartige Form, in der es um die Faszien geht bzw. in dem tiefer liegenden Bindegewebe eventuelle Verklebungen gelöst werden können oder diese gar nicht erst entstehen. Ich persönlich finde die Kombination aus beidem großartig. Es ist vergleichbar mit Training im Fitness-Studio: beim Vinyasa fordere ich meinen Körper viel ab, setze Muskelkraft ein und baue diese auf und Yin Yoga ist ein bisschen wie das wohltuende Stretching danach.

Warum dann nicht klassische Fitness?

Klassische Fitnesskurse sind auch toll, nur fehlt dabei der komplette mentale Bereich. Und wenn wir uns ansehen, was heutzutage die Menschen krank macht, dann sind laut Krankenkassen die beiden Hauptgründe für Krankschreibungen Rücken und Psyche. Und wer wüsste nicht, dass die psychischen Anforderungen und Belastungen immer mehr steigen im modernen (Arbeits-)leben. Und genau hier kommt der absolute Pluspunkt des Yoga zum Tragen. Auch wenn man sich körperlich anstrengt beim Praktizieren, erreicht man beim Yoga immer mehr einen mentalen Zustand der Ausgeglichenheit. Ganz wichtig ist hierbei der Atem, der immer im Einklang mit der Bewegung fließt. Das ist einer der großen Unterschiede zum herkömmlichen Fitnesstraining.

Mentale Ausgeglichenheit – klingt gut und klingt aber auch nach Meditation, oder?

Im Idealfall ist Yoga bewegte Meditation. Aber auch die klassische Sitz- oder Geh-Meditation ist Teil von Yoga und wird oft zu Anfang und/oder Ende einer Yoga-Einheit eingebaut. Ich persönlich finde das sehr wichtig, denn Yoga ist eben so viel mehr als ausschließlich die körperliche Bewegungen, das Einnehmen der Asanas. Von der Yogaphilosophie her betrachtet sind die Asanas ohnehin „nur“ die Transportmittel auf dem Weg zur Erleuchtung.

Was sind Asanas?

Asanas sind einzelne Körperhaltungen. Jede Körperhaltung oder –stellung, die wir im Yoga einnehmen hat einen bestimmten Namen, der in manchen Kursen auch auf Sanskrit angesagt wrid.

Sanskrit? Muss ich dann erst noch eine Fremdsprache lernen, bevor ich Yoga machen kann?

Nein, natürlich nicht! Die Begriffe haben natürlich auch deutsche Übersetzungen. Ich selbst sage in Anfängerkursen auch oft beides an, also z. B. „adho mukha svanasana“, herabschauender Hund. Auch wenn man sich tiefer mit Yoga und seiner Philosophie beschäftigen will, ist ein Sanskritstudium nicht Voraussetzung.

Yogaphilosophie? Was ist das, Lebensempfehlungen?

Auch. Wir hier im Westen kennen oft nur den körperlichen Aspekt von Yoga, also die Asanas, aber Yoga ist eine Lebensphilosophie und es gibt z. B. in den Yogasutren von Patanjali, einem großen Yogagelehrten, auch Anweisungen/Vorschläge, die in manchem den 10 Geboten ähneln.

Das klingt nach Religion…

Für viele ist es das tatsächlich. Ich weiß noch als ich meine erste Yogastunde besuchte und der Lehrer die Stunde mit drei gemeinsam gechanteten (also gesungenen) „om“s begann. Ich fragte mich tatsächlich, in welcher Sekte ich nun gelandet sei. Das ist natürlich Blödsinn; es ist keine Sekte. Heute ist es für mich ein fester Bestandteil des Yogapraktizierens. Das „om“, der Urlaut, gehört dazu und wird von vielen auch als Pranayamaübung gesehen.

Noch so ein Sanskrit-Wort?

Richtig, es heißt so viel wie Atemübungen. Es ist ein ganz großer und sehr essentieller Teil des Yoga. Denn nur mit der richtigen Atmung wird Yoga zu dem, was es ist und ist damit so viel mehr als reine Gymnastik.

Und wie oft machst Du Yoga und was bedeutet es Dir?

Ich praktiziere 3-4 Mal wöchentlich im Studio und fast täglich morgens daheim eine kleine Reihe von Übungen nach dem Aufstehen.

Was es mir bedeutet? Nun, Yoga hat mein Leben verändert – in vielen Bereichen. Es fing an mit einer verbesserten Körperwahrnehmung, mehr Bewusstsein für meinen Körper, meinen Geist, meine Befindlichkeiten. Ich merkte, dass ich ausgeglichener wurde – und auch beweglicher. Heute kann ich Yoga aus meinem Tages- und Wochenablauf nicht mehr wegdenken. Es durchdringt mein Leben, meine Beziehung zu meinem Mitmenschen, meine Ethikvorstellungen und meinen Körper sowieso.

Warum Lotus Yoga? Weil Du den Lotus auf dem Rücken tätowiert hast und dir die Blume gefällt?

Als Buddhistin bekam ich einen Namen: pema satto, was so viel bedeutet wie Wesen des Lotus. Damals als mir S.E. Ontul Rinpoche diesen Namen gab, habe ich noch nicht regelmäßig Yoga praktiziert, aber heute denke ich, dass es genau das ist, was Yoga für mich bedeutet. Es kommt mir immer wieder vor als reinige der Yoga mich von allem „Schmutz“ und negativem, was im Alltag körperlich und seelisch an mich herandringt. Wenn ich die Matte ausrolle, ist es als würde all die Anstrengung, das Gedankenkarussell von mir abperlen. Wie auch Schlamm und jeglicher Schmutz von den Blättern des Lotus abperlt und diese rein und klar zurück lässt.

(Auszüge aus einem Gespräch mit einer Yoga interessierten Freundin)

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